Die Erkenntnis- und Wissenszugänge von RuR sind von den geltenden Lehrplänen vorgegeben, werden aber entsprechend der Besonderheiten eines gemeinsamen dialogisch-kooperativen Unterrichtens fokussiert.

RuR bezieht die authentisch gelebten Glaubensformen und das theologisch-glaubensreflektierende Denken (je neu) aufeinander.

In RuR begegnen den Schüler/innen die religiösen, kirchlichen oder säkular-/weltanschaulichen Lebensauffassungen kulturell kontextualisiert und in größtmöglicher Authentizität, indem deren jeweiliges Selbstverständnis immer auch innenperspektivisch thematisiert wird. Der ausschließlichen Außenperspektive einer bloßen Religionskunde oder einer synkretistischen Einheitsreligion oder einer monolithischen Säkularisation ist damit eine Absage erteilt.

In RuR werden also die Gemeinsamkeiten der Kirchen oder Religionsgesellschaften und säkular-/weltanschaulichen Lebensauffassungen benannt, keineswegs aber deren Unterschiede verwischt. Und die charakteristischen Eigentümlichkeiten der Kirchen oder Religionsgesellschaften und säkular-/weltanschaulichen Lebensauffassungen werden sichtbar gemacht, keineswegs aber deren Gemeinsamkeiten geleugnet. Beides, Eigentümliches und Gemeinsames, erschließt sich den RuR-Schüler/innen vor allem in Erfahrung, Gespräch und Dialog.

Die Religionen, Kirchen und säkular-weltanschaulichen Lebensauffassungen begegnen den RuR-Schüler/innen ursprünglich und authentisch, etwa durch Vor-Ort-Erkundungen, Unterrichtsbesuche von Religions- und Kirchenzugehörigkeiten und durch originale Materialien.

RuR arbeitet sowohl klischeeartigen Vorurteilen als auch den Haltungen distanzierter Unnahbarkeit oder unterscheidungsfreier Beliebigkeit entgegen. Gelebte Glaubenspraxis und authentische Begegnungen werden auch dem theologisch-glaubensreflektierenden und säkular-philosophischen Denken gegenständlich gesetzt, um Missverständnisse und fundamentalistische Vereinnahmungen zu vermeiden.

Inhalte, Lernformen und Intentionen von RuR werden religionspädagogisch, theologisch-glaubensreflektierend und säkular-philosophisch verantwortet, zudem religions-, geistes- und sozialwissenschaftlich gerechtfertigt.