Fachliche Grundlage von RuR sind die Theologien und Glaubensreflexionen der an ihm beteiligten Kirchen oder Religionsgesellschaften. In Entsprechung zu den geltenden Lehrplänen wendet sich RuR jenen Themen und Inhalten und jenen Fragen und Problemen zu, die (und sofern sie) in der Lebenswelt und für die Lebensgestaltung der Schüler/innen bedeutsam sind oder von denen angenommen werden kann, dass sie in ihnen und für sie einmal bedeutsam sein werden.
Diese Sachverhalte, Fragen und Probleme werden aus jeweils drei – sich einander ergänzenden und durchdringenden – Perspektiven betrachtet:
Personale Perspektive: Der einzelne Mensch
Die Kompetenzbereiche von RuR werden in dessen Themen und Inhalten konkretisiert und gelten den je einzelnen Schüler/innen: Sie knüpfen an die individuellen religiösen wie säkular-weltanschaulichen Alltagserfahrungen, zudem an die individuellen religiösen wie säkular-weltanschaulichen Deutungen dieser Alltagserfahrungen und an deren Integration in der Persönlichkeit der Schüler/innen an.
Gemeinschaftliche Perspektive: Das Miteinander
Die Kompetenzbereiche von RuR werden in dessen Themen und Inhalten konkretisiert und gelten dem Miteinander in Gesellschaft und Gemeinschaften: Sie knüpfen an die verschiedenen sozialen, kulturellen, säkular-weltanschaulichen, religiösen und kultischen Gemeinschaftserfahrungen und -erlebnisse und an deren Integration in den verschiedenen religiösen wie säkular-weltanschaulichen, lokalen wie globalen Gemeinschafts- und Gesellschaftsformen an.
Ideengeschichtliche Perspektive: Leitvorstellungen und Ideen
Die Kompetenzbereiche von RuR werden in dessen Themen und Inhalten konkretisiert und gelten der Entwicklung von Leitvorstellungen und Ideen eines gelingenden Lebens, dem aber auch die Erfahrungen des Scheiterns nicht fremd sind: Sie knüpfen an die philosophisch und theologisch-glaubensreflektierend entwickelten Ausformungen eines moralisch guten Lebens an, im Licht und in Kenntnisnahme maßgeblicher Positionen der Ethik und der religiösen und kirchlich-konfessionellen, aber auch der säkular-weltanschaulichen kulturellen Traditionen.